Freitag, 19. April 2013

Alternative für Deutschland. Keine Partei seit Bestehen der Bundesrepublik ist so schnell gewachsen


So schnell wuchs keine Partei zuvor
Nicht einmal 100 Tage ist die neue Partei Alternative für Deutschland alt. Sie wurde eher noch heimlich am 6. Februar gegründet, am 3. März ging ihre schnell besonders erfolgreiche Facebook-Seite online, am 14. April, vor gerade vier Tagen also, fand der eigentliche Gründungsparteitag in Berlin statt. Erst fünf von 16 Landesverbänden bestehen, die anderen gehen in den nächsten Tagen an den Start.
Keine Partei seit Bestehen der Bundesrepublik sei so schnell gewachsen, hieß es vor zwei Jahren mit Blick auf die Piratenpartei – einer lahmen Schnecke gegenüber der AfD mit ihrem raketengleichen Wachstum. Das wird im Vergleich deutlich. Indikatoren sind die Zahl der Mitglieder und die Anhänger im größten sozialen Netzwerk Facebook. Stand heute meldet die AfD 8.500 Parteimitglieder und hat 24.150 Facebookfreunde. Bis Ende des Monats werden es hochgerechnet bereits gut 10.000 Mitglieder und vermutlich eher 30.000 als 25.000 Facebook-Anhänger sein.
Schauen wir also auf die entsprechenden aktuellen Zahlen (Quellen: Wikipedia und Facebook) der zwölf stimmenstärksten Parteien bei der letzten Bundestagswahl (2009) und vergleichen sie mit den gerade Genannten der Alternative für Deutschland in ihrer frühen Startphase.
CDU: 480.000 Mitglieder, 36.100 Facebookfreunde
SPD: 477.803 Mitglieder, 26.850 Facebookfreunde         
FDP: 58.675 Mitglieder, 20.300 Facebookfreunde          
DIE LINKE: 63.761 Mitglieder, 20.750 Facebookfreunde         
GRÜNE: 60.003 Mitglieder, 34.900 Facebookfreunde
CSU: 150.000 Mitglieder, 10.300 Facebookfreunde
PIRATEN: 33.334 Mitglieder, 77.500 Facebookfreunde
NPD: 5.774 Mitglieder, 33.800 Facebookfreunde
Tierschutzpartei: 1.036 Mitglieder, 1.450 Facebookfreunde
REP: 5.500 Mitglieder, 7.250 Facebookfreunde
Ödp: 5.945 Mitglieder, 800 Facebookfreunde
FAMILIE: 555 Mitglieder, 150 Facebookfreunde
Das bedeutet, die AfD ist nicht einmal 100 Tage nach ihrer heimlichen und vier Tage nach der eigentlichen Gründung nach Mitgliederzahlen bereits die achtstärkste Partei Deutschlands und liegt nach Facebookfreunden auf Platz sechs.
Damit hat die neue Partei – anders als zuletzt die Piraten – den Status „Sonstige“ übersprungen, ohne je an einer Wahl teilgenommen zu haben. Kein Wunder, dass die AfD in dieser Woche auch erstmals in einer bundesweiten Umfrage nicht mehr unter Sonstigen gezählt wird, sondern gleichauf mit den Piraten schon bei drei Prozent liegt. Tendenz wie bei den Mitgliedern und auf Facebook: steil steigend.
Mit anderen Worten und völlig unabhängig davon, ob mir diese Entwicklung schmeckt oder nicht: Wenn diese Partei nicht im September im Bundestag landet, wird mir die Besenkammer schwer im Magen liegen – und die verlorenen Wetten am Getränkebudget nagen.
Den Gründen für das Wachstumsphänomen wollen wir in einem längeren Beitrag über die Alternative für Deutschland in eigentümlich frei 133 (Juni-Ausgabe) nachspüren.
18. April 2013

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