Stuttgart - Dass sich Winfried Kretschmann auf dem Aalener Parteitag über den Koalitionspartner von der Grünen machen sich über die SPD lustig , war im Redemanuskript nicht vorgesehen. Vermutlich hätte dann noch jemand im Staatsministerium versucht, ihn davon abzubringen. Dabei verstand es der Ministerpräsident, seine Kritik, liebevoll zu verpacken. Man hatte was zu schmunzeln, das war's auch schon. Eigentlich müsste SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel wissen, wie es ist, sich auf Kosten anderer zu amüsieren. Er tut das gelegentlich gern. Diesmal reagierte der Genosse gewohnt prompt, jedoch humorlos. Wobei er Recht hat mit seinem Befund, Kretschmann habe ziemlich kühl über das im Wahlkampf gemeinsam propagierte Projekt der Volksabstimmung gesprochen.
Im Ganzen aber ergibt sich in der öffentlichen Wahrnehmung ein anderes Bild als das der von Kretschmann beschworenen Konsenskoalition. Grün-Rot entwickelt sich schleichend, aber stetig zur Krawallkoalition, deren Inszenierungen den Bürgern bald ebenso schal werden könnten wie der Dauerstreit um Stuttgart 21. Und die SPD zofft sich nicht mehr nur um den Tiefbahnhof, sondern auch noch um den richtigen Umgang mit den Grünen. Dabei geht die Kampagne zur Volksabstimmung erst los. Das kann noch heiter werden.
Es sieht so aus als ob SPD und Grüne sich auseinander Leben. In Berlin Abbruch der Koalitionsverhandlungen zuwischen SPD und Grünen. In Hamburg der Versuch der Grünen die Vertiefung des Hafens in Hamburg zu Bekämpfen. Begründung das sei zu Teuer. Als die Grünen in Hamburg noch an der Macht waren war die Vertiefung des Hafens kein Problem für die Grünen.