Berliner Schulen, geht es noch Blöder? Die Zustände an Berliner Schulen

Geringe Lernbereitschaft, Respektlosigkeit, Gewalt": Nach SPIEGEL-Informationen haben Berliner Lehrer erneut einen Brandbrief an den Senat verfasst. Fünf Jahre nach dem Aufschrei des Rütli-Kollegiums hat sich an vielen Schulen nichts geändert - die Pädagogen sind mit ihrer Kraft am Ende.erlin - Fünf Jahre nach dem Brandbrief der Berliner Rütlischule schlagen Lehrer im Problembezirk Neukölln erneut Alarm. In einem Schreiben an Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) berichtet das Kollegium der Neuköllner Heinrich-Mann-Schule nach SPIEGEL-Informationen über eine "zunehmende Respektlosigkeit, Gewaltbereitschaft und Gewaltausübung" vieler Kinder.
Es gebe eine "gesteigerte Missachtung gegenüber der Institution Schule (Zerstören von Mobiliar, Müll         auf den Boden werfen, Urinieren in Aufgängen)". Außerdem seien eine "geringe Lernbereitschaft" und "mangelhafte Sprachkenntnisse" selbst bei deutschstämmigen Schülern zu beobachten. Jahrelang habe sich die Schule um ein verbessertes Image bemüht und dabei auch Erfolge erzielt. Doch jetzt seien "sowohl Kraft- als auch Personalressourcen am Ende", die Kollegen fühlten sich zunehmend "erschöpft und frustriert" - und auch gefährdet: Erst im April wurde ein Lehrer von einem Schüler "mehrfach beleidigt und körperlich bedroht".
Nicht einmal die Fenster funktionieren
Auch baulich ist die Schule in schlechtem Zustand, die Pädagogen klagen unter anderem über "unerträgliche Temperaturen" und fordern die "Wiederherstellung der vollen Funktionstüchtigkeit der Fenster". Fürs neue Schuljahr wünschten sich die Lehrer in ihrem vor den Ferien verschickten Brief die "Einstellung von Schulpsychologen und weiteren Sozialarbeitern". Zumindest eine Forderung des Kollegiums wurde inzwischen erfüllt: Erstmals seit November 2009 gibt es jetzt wieder einen Schulleiter. Er soll die Wende einleiten.