Große Unterschiede in den Konsumpreisniveaus in Europa: Österreich im oberen Drittel
Wien, 2011-06 -28 – Im Jahr 2010 lag das durchschnittliche Preisniveau für vergleichbare Güter und Dienstleistungen des privaten Konsums innerhalb der EU bis zum 3-fachen auseinander. Dies zeigen jüngste Berechnungen von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften, das gemeinsam mit den statistischen Ämtern der Mitgliedsstaaten (sowie anderer europäischer Länder) umfangreiche Verbraucherpreiserhebungen durchführte. Das höchste Preisniveau erzielte dabei Dänemark (143% des EU27-Durchschnittes, EU27 = 100), gefolgt von Finnland (123), Schweden und Luxemburg (beide 120). Österreich liegt mit einem Niveau von 107 an 8. Stelle und somit im oberen Drittel der 27 EU-Mitgliedstaaten, knapp vor den Niederlanden (106) bzw. Deutschland und Italien (jeweils 104). Die niedrigsten Preisniveaus wurden für Bulgarien (51), Rumänien (62), Litauen (67) und Polen (69) gemeldet. Werden in dem Vergleich auch Nicht-EU-Länder mitberücksichtigt, erhöht sich die Spannbreite der Preisniveaus nochmals: Die Schweiz als Preisspitzenreiter (148) liegt um fast das 3,5-fache über dem Wert von Mazedonien.
Nahrungsmittel und Haushaltsenergie als relativ teuerste Warengruppen in Österreich
Neben den gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte wurden auch die Preisniveaus für insgesamt 12 Hauptgruppen berechnet. Dabei kommen die österreichischen Preise für "Lebensmittel und antialkoholische Getränke" auf einem relativ hohen Niveau von 115 (EU27=100) zu liegen, gefolgt von den Preisen für Haushaltsenergie (110). Die relativ günstigsten Preise im europäischen Vergleich weist Österreich bei "Haushaltsgeräten" und "Kommunikation" (beide 96) auf, sowie im Bereich "Alkoholische Getränke und Tabakwaren" (92% des EU27-Durchschnitts). Letztere Warengruppe ist vor allem durch die unterschiedliche Steuergesetzgebung in den einzelnen Ländern geprägt.
Deutlich geringere Preisunterschiede bei Bekleidung, Möbeln und Haushaltselektronik
Bei den Ausgabengruppen Bekleidung, Möbel und Haushaltselektronik reduzieren sich die Preisniveauunterschiede zwischen dem billigsten und dem teuersten EU-Land auf das 1,7-fache: Bulgarien meldete die geringsten Preise für "Bekleidung" mit 75% des EU27-Durchschnitts und Schweden die mit Abstand teuersten (126). Österreich liegt hier bei einem Wert von 103. Ein ähnliches Bild zeigen die Preisvergleiche bei Möbeln (Malta: 118, Rumänien: 61) und im Bereich "Haushaltselektronik" mit Werten von 89 in Bulgarien bis 115 in Schweden. Österreich rangiert hier knapp über dem Durchschnitt bei einem Wert von 102 (siehe Tabelle).
Festzuhalten bleibt, dass die Preisniveauunterschiede nicht durch Qualitätsdifferenzen zustande kommen. Ein einheitlich definierter europäischer Warenkorb und ein spezielles Vergleichskonzept (auf Produktebene direkter Vergleich zwischen Ländern nur bei Vorliegen identischer Produktmerkmale) garantiert, dass der Einfluss von Qualitätsunterschieden nicht in die Berechnung eingeht.
Detaillierte Ergebnisse entnehmen Sie bitte der Eurostat-Pressemitteilung Nr. 95/2011 vom 28. Juni 2011 und der Publikation aus der Eurostat-Serie "Statistik kurz gefasst" Nr. 28/2011 "Significant differences in consumer goods prices across Europe" (Gratisdownload in pdf-Format; nur in englischer Sprache verfügbar).
Aushttp://www.statistik.at/web_de/presse/057084
Aushttp://www.statistik.at/web_de/presse/057084