Der islamistische Geistliche Abdullah Haselhoef, der nach den Anschlägen vom 11. Sept. 2001 als Wortführer einer Moslemgemeinschaft auftrat, wurde wegen schweren Betrugs festgenommen. Er wird beschuldigt, über eine Million Euro für den Unterhalt von nicht bestehenden Kindern beantragt, und auf diese Weise mehrere Hunderttausend erschlichen zu haben.
Der 42-jährige Haselhoef hatte, wie die Staatsanwaltschaft bekannt gab, unter anderem ein komplettes Scheinbüro für Gasteltern errichtet. Büros von Haselhoef in Den Haag, Dordrecht und Krabbendijke sind inzwischen versiegelt. Weitere 20 Personen stehen unter Verdacht und werden vernommen.
Der aus Suriname stammende Haselhoef wurde erstmals durch seine Rede beim Trauergottesdienst zum 11. Sept. 2001, bei der auch der ehemalige Premierminister Wim Kok und Kronprinz Willem-Alexander anwesend waren, bekannt. Er fiel in Ungnade, als er später die Todesstrafe für Homosexuelle forderte. Auch stellte sich heraus, dass die von ihm besuchten Koranschulungen nicht ausreichten, um den Titel Imam zu tragen. Haselhoef wurde dann Vorsitzender des Niederländischen Moslemrates. 2007 zog er nach Deutschland. In seinem niederländischen Wohnort Krabbendijke sei er zu oft belästigt worden.
(Quelle: elsevier.nl / Übersetzung: Günther W.)