Linke und Grüne machen uns wieder ein X vor. Massenmörder werden Opfer

Toller Artikel und so Wahr. Danke.


J
MÜNCHEN, BAYERN, GERMANY

http://jennifernathalie.blogspot.com/2011/05/dear-mister-president-wie-konnten-sie.htmlDear Mister President, wie konnten Sie nur ...?

Dear Mister President,

mit dem größten Entzücken reagierte ich letzten Montag auf die Nachricht vom Tod Osama bin Ladens. Allerdings bin schon ein bisschen traurig, dass offenbar keiner meiner Landsleute, bis auf Angela Merkel, diese Freude teilt – was, unter uns gesagt, auch nicht gerade die beste Gesellschaft ist. Du solltest wissen, dass „wir Deutsche“ für gewöhnlich ein etwas eigentümliches Verhältnis gegenüber Diktatoren, Terroristen und Massenmördern pflegen:
Die Haie im indischen Ozean hatten den Leichnam noch nicht mal unter sich aufgeteilt, da meldeten sich in Deutschland schon zahlreiche Völkerrechtsfetischisten, Islamwissenschaftler und Friedensforscher zu Wort, um das amerikanische Vorgehen fachgerecht zu verurteilen. Du fragst dich jetzt sicher, was an der Liquidierung eines der brutalsten Massenmörder der jüngeren Geschichte so falsch war. Die Antwort lautet: Alles! Ich weiß, du verstehst das nicht (ich übrigens auch nicht), aber es ist nun mal Fakt: Der Großteil der Deutschen findet dich, deine Vorgänger, deine primitiven Landsleute, und überhaupt, die Vereinigten Staaten an sich, total doof (nur bei Cheeseburgern machen wir eine Ausnahme). Das liegt vermutlich daran, dass „wir“ euch euren Einsatz im zweiten Weltkrieg immer noch nicht ganz verziehen haben, denn eigentlich war’s mit Hitler im 3. Reichen doch ganz schön. Grund genug, nach über 60 Jahren immer noch ordentlich beleidigt zu sein und bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Haar in eurer nationalpatriotisch überwürzten Suppe zu suchen. Zum Beispiel jetzt. Das Gros der deutschen Spießbürger verabscheut eure Kriegstreiberei und euren schlampigen Umgang mit dem Gesetz nämlich zutiefst. Deutschland ist ja schließlich, zumindest seit 1945, die letzte Bastei der ultimativen Moral und Nächstenliebe! Im Folgenden eine kurze Erklärung, wie der Großteil der Deutschen (hier mit „wir“ gekennzeichnet) die Sache gelöst hätte:

"Wir Deutsche" lieben Gesetze, v.a. solche, die ihr ständig brecht! Selbst der regelmäßige Stammtischbesucher, der „Richter Hold“ für ein exaktes Abbild der Realität hält und natürlich über kein Staatsexamen in Jura verfügt, unterlegt seine Ansprachen dieser Tage mit ein paar ausgewählten Artikeln und Paragraphen des Völkerrechts. Aber davon habt ihr Deppen natürlich keine Ahnung. Den armen Kerl einfach so abknallen – pfui! Auge um Auge, Zahn und Zahn - das halten „wir“ zwar in jedem Nachbarschaftsstreit um aufgeschlitzte Autoreifen und geschändete Gartenzwerge für äußerst angemessen, aber sobald es um Massenmord geht, finden „wir“ das absolut primitiv. Hierzulande regelt man solche Dinge nämlich für gewöhnlich im Rahmen eines Dialogs. Der darf dann auch gerne mal sowohl „kritisch“ als auch „friedlich“ sein oder sich zwischen „Religionen“, „Kulturen“ und „Generationen“ abspielen. Richtig wäre es demnach, zunächst im Garten einen Stuhlkreis zu errichten, danach bei Bin Laden zu klingeln und ihn höflich zum Dialog zu bitten. Zudem würden „wir“ uns zuvor mit Amnesty International absprechen, um im Rahmen der Operation Menschenrechtsverletzungen jeglicher Art ausschließen zu können. Jawohl, auch Terroristen haben Rechte! Ideal wäre zudem die Anwesenheit eines kompetenten Psychologen-Teams, welches sich eingehend mit dem Terrorfürst selbst, seiner Kindheit und der Frage „Wie konnte es soweit kommen?“ beschäftigt. Zur Krönung würde dann Margot Käßmann aus der Bibel vorlesen und christliche Primärtugenden predigen, wonach z.B. vergeben auch gütiger als vergelten ist. Du findest das jetzt möglicherweise befremdlich (ich auch!), aber in Deutschland ist es durchaus üblich, sich intensiver mit Tätern als mit Opfern zu beschäftigen. Also, Mister President: Wenn’s mal wieder so weit sein sollte, dann melde dich doch bitte bei „uns“! „Wir“ schicken dir gerne umgehend tatkräftige Unterstützung vorbei, z.B. Claudia Roth (Expertin im Umgang mit Diktatoren), Kurt Beck („Wir müssen auch mit den Taliban verhandeln!“) oder Inge Höger (Anwältin der Menschenrechtsorganisation Hamas).

Außerdem haben „wir“ im Gegensatz zu euch wenigstens noch Respekt und Anstand gegenüber anderen Kulturen! Der Islam gehört schließlich zu Deutschland, darum würden wir gläubige Moslems auch nie kaltblütig in den Tiefen der  Nordsee versenken. Konsequenterweise beschäftigt man sich dieser Tage auch intensiv mit der islamischen Bestattungskultur sowie mit der höchst brisanten Frage, ob Herr Bin Laden trotz seiner unwürdigen Bestattung dennoch ins Paradies einziehen und dort auf die versprochenen Jungfrauen treffen wird. Speziell in den Redaktionsräumen der renommierten Süddeutschen Zeitung rauchen ob dieser Problematik bereits seit Tagen die Köpfe. Tatkräftig unterstützt wird das Blatt dabei übrigens von kompetenten Islamwissenschaftlern und Nahostexperten, die überwiegend in pakistanischen Koranschulen, statt im Rahmen eines ordentlichen Universitätsstudiums, ausgebildet wurden und daher ganz genau wissen, wovon sie reden! Ich weiß, der sensible Mann mit der Kalashnikow hatte ja eigentlich nichts mit dem Islam zu tun, aber das spielt für „uns“ natürlich keine Rolle. Ebenso wenig übrigens wie die Tatsache, dass die vielen Terror-Opfer Bin Ladens natürlich ebenso kein Grab bekommen haben, das ihren religiösen Gepflogenheiten auch nur ansatzweise entsprochen hätte. Insofern kannst du davon ausgehen, dass „wir“ natürlich umgehend eine anständige Bestattung unter Berücksichtigung der islamischen Kultur organisieren würden. Und das freilich inklusive adäquater Trauerrede, die selbstverständlich nur ausgemachte Profis wie z.B. Peter Scholl-Latour, Udo Steinbach oder Michael Lüders halten würden!

Ebenso ekelig finden „wir“ auch euren Jubel, eure Selbstbeweihräucherung und euer Triumphgeheul. Wie widerwärtig, angesichts der Tatsache, dass hier ja schließlich ein Mensch (mit Gefühlen, Rechten und sogar Familie!) von uns gegangen ist! Was soll das? Wo bleibt denn da die christliche Nächstenliebe? Wie im Mittelalter! Pfui!
In Zeiten der Krise berufen „wir“ uns indes gerne auf die Kirche, die uns trotz ihrer Kinder schändenden Mitglieder immer dann als letzter Rettungsanker dient, wenn „wir“ unsere grenzenlose moralische Überlegenheit demonstrieren wollen. In der Konsequenz betrauern „wir“ diesen tragischen Todesfall zutiefst und setzen uns bereits für Gedenktage, Trauerminuten und eine alternative Pilgerstätte, bestenfalls zentral am Brandenburger Tor gelegen, ein. Übrigens verachten „wir“ dich und dein Gefolge dieser Tage in dem gleichen Maße, wie „wir“ es bislang auch bei euphorisierten Islamisten getan haben, die nach jedem Terroranschlag ausgelassen auf den Straßen Bagdads feierten. Dass ihr dabei die Unschädlichmachung eines Massenmörders, die anderen hingegen die Tötung unschuldiger Zivilisten zelebrieren, blenden „wir“ dabei geflissentlich aus. Würde ja auch so gar nicht in unser Weltbild passen.

Hätten „wir“ am vergangen Sonntag das Kommando übernommen, wäre die Welt eindeutig besser, schöner und friedlicher geworden. Osama hätte ein paar Monate auf Bewährung bekommen und danach weiterhin ein paar Massenmorde planen sowie unschuldige Menschen ins Jenseits befördern können. „Wir“ hätten es uns dabei im Fernsehsessel mit Chips und Bier gemütlich gemacht, brennende Hochhäuser inkl. verkohlter Leichen bestaunt und dabei das gute Gefühl gehabt, einen 54-jährigen Familienvater nicht bei seinem liebsten Hobby gestört zu haben. Du verstehst das jetzt sicher nicht (ich auch nicht!), aber wie gesagt – „wir“ in Deutschland finden jeden noch so grausamen Terroristen immer noch sympathischer als dich und dein Gefolge.

... das Schöne daran ist, dass dich „unsere“ Verachtung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mal sonderlich tangieren wird. Mach’ weiter so, God bless America!

In diesem Sinne

Mit aufrichtigem Dank und besten Grüßen

Deine (dem „wir“ nicht zugehörige) Amerika-Liebhaberin 



Osama bin Laden, Familienvater und Terrorchef der Herzen. Das Gewehr diente lediglich zu dekorativen Zwecken.