Ostdeutsche Immobilien unter dem Hammer
Der Bund startet das Bieterverfahren für die TLG Immobiliengesellschaft. 11.500 Wohnungen, 75 Bürogebäude, Hotels und Pflegeheime, sowie 270 Einzelhandelsläden sollen privatisiert werden.
09. Juli 2011
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble drückt bei der Privatisierung von Bundesvermögen aufs Tempo. Bereits in diesem Herbst will sein Ministerium die ostdeutsche Immobiliengesellschaft TLG Immobilien europaweit ausschreiben. Mit einem bilanzierten Immobilienvermögen von 1,76 Milliarden Euro und einem Eigenkapital von mehr als einer Milliarde Euro ist die TLG einer der größten Brocken auf der Privatisierungsliste des Bundes. Die Regierung will 2012 insgesamt rund 5,1 Milliarden Euro aus Verkäufen einnehmen, fast doppelt so viel wie in diesem Jahr.
Wie aus Unterlagen des Finanzministeriums weiter hervorgeht, soll die TLG nicht als Ganzes angeboten werden. Ihr Wohnimmobilienbestand soll von Gewerbe-, Einzelhandels- und Büroliegenschaften abgespalten und mitsamt 40 der insgesamt gut 300 Mitarbeiter in eine Tochtergesellschaft namens „TLG Wohnen“ übertragen werden. Das Bundesfinanzministerium verspricht sich hiervon eine Erweiterung des Bieterkreises und eine „zusätzliche Erhöhung des Wettbewerbsdrucks“, wie es in den Papieren zur Vorbereitung der Ausschreibung heißt. Der getrennte Verkauf zweier Gesellschaften werde den Interessenten zudem die Finanzierungen erleichtern, so dass das Ministerium mit einem „guten Verkaufspreis“ rechnet. Schäubles Beamte sind zuversichtlich, dass der „allergrößte Teil“ der Arbeitsplätze nach dem Eigentümerwechsel erhalten werden kann. Das Ausschreibungsverfahren für eine Kanzlei, die den Privatisierungsprozess als Rechtsberater begleiten soll, sei bereits eingeleitet worden, die europaweite Ausschreibung des Transaktionsberaters werde „in Kürze“ erfolgen. „Alle weiteren Planungen sind darauf ausgerichtet, die Privatisierung bis spätestens Ende 2012 abschließen zu können“.