Dieser Donnerstag ist kein Tag wie jeder andere an der Hauptschule Nikolaus Kopernikus in Garbsen. Grund für die zugespitzte Stimmung ist ein Brandbrief, den der scheidende Direktor der Schule, Albert Seufer, jüngst an die Landesschulbehörde und die Polizei gerichtet hat.
Grund für die zugespitzte Stimmung ist ein Brandbrief, den der scheidende Direktor der Schule, Albert Seufer, jüngst an die Landesschulbehörde und die Polizei gerichtet hat. Das Schriftstück gelangte am Donnerstag an die Öffentlichkeit und befeuert nun eine lebhafte Diskussion über die Zustände an der Hauptschule. In dem Brief berichtet der Schulleiter, der am 30. Juni in den Ruhestand gehen wird, von beunruhigenden Vorfällen, die dazu geführt hätten, dass einige Lehrer nicht mehr angstfrei zur Schule kommen: Von einem Stuhlwurf nach einer Pädagogin ist die Rede, von eingeschlagenen Autoscheiben und aufgeschlitzten Reifen. Ganz zu schweigen von Pöbeleien, Gewaltandrohungen, Mobbing, Schlägen und weiteren Verhaltensweisen, die ein gerüttelt Maß an Roheit bezeugen.
17 Anzeigen sind nach Auskunft der Polizei gegen Schüler in den letzten zweieinhalb Jahren gestellt worden, dazu kommen zahlreiche disziplinarische Maßnahmen, etwa vorübergehende Schulverweise. Angezeigt wurden Delikte wie Bedrohung, Nötigung, Beleidigung, Diebstahl sowie Körperverletzung zum Beispiel bei Prügeleien. „Es ist niemand ernsthaft verletzt worden“, betont Polizeisprecher Wittke. Die bloße Anzahl der Taten sei nicht unbedingt höher als an anderen Schulen. (Entsprechen also diese oder ähnliche Zustände an Schulen die Regel in Deutschland?)
Die Konflikte an der Schule sind der Landesschulbehörde seit Langem bekannt. Der zuständige Dezernent hat die Lehrer wiederholt beraten. Die Behörde schickte zusätzliche Lehrer, die Sprachförderstunden geben, Sozialpädagogen, die sich um Probleme der Schüler kümmern, und auch für das Ganztagsangebot gab es Extrastunden, „über das übliche Maß hinaus“, heißt es. Auch die Stadt Garbsen finanziert einen Sozialarbeiter. Seit Kurzem arbeitet außerdem eine Lehrerin an der Schule, die selbst aus einer Einwandererfamilie stammt. Geholfen hat all das offenbar nur begrenzt.
„Der Schulleiter und die sehr engagierten Lehrer haben ihre Arbeit bis jetzt gut hinbekommen. Aber seit einiger Zeit haben sich die Probleme mit einer kleinen Gruppe von Schülern gehäuft“, sagt Susanne Strätz, Sprecherin der Landesschulbehörde. Wie gestern bekannt wurde, hat die Schule drei tatverdächtige Jugendliche vom Unterricht suspendiert. Einer der drei, ein 14-Jähriger, der den Stuhl nach seiner Lehrerin warf, soll voraussichtlich nicht mehr an die Schule zurückkehren.
Multikulti in Rein-Kultur:
Die sozialen Spannungen im Garbsener Stadtteil sind beträchtlich. Menschen aus zahlreichen Nationen leben in der Hochhaussiedlung, viele sind auf Sozialleistungen angewiesen. In der Hauptschule treffen nach Kenntnis der Polizei türkische und kurdische Einwanderer zusammen, deren Familienverbände verfeindet sind. Doch das ist nur ein Detail, das die tägliche Arbeit der Lehrer belastet. Sie unterrichten traumatisierte Flüchtlingskinder aus dem Irak, die kein Wort Deutsch sprechen, neben Russlanddeutschen, Serben, Albanern und Schülern aus zahlreichen weiteren Ländern. Einige Kinder sind schon allein mit üblichen Hygienevorstellungen nicht vertraut. Die meisten brauchen mehr Aufmerksamkeit, als sie in einer Klasse mit mehr als 20 Schülern bekommen können. Manche Schüler halten sich nicht an Regeln oder nur an die, die sie auf der Straße selbst aufgestellt haben.
Diese Gemengelage birgt offenbar so viel Zündstoff, dass das Lehrerkollegium der HS Nikolaus Kopernikus an Grenzen geriet. Als die Gewalttätigkeit besorgniserregende Ausmaße annahm, suchte der Schulleiter erneut Rat bei der Landesschulbehörde – diesmal mit seinem alarmierenden Brandbrief. Darin fordert er weitreichende Sicherheitsmaßnahmen – unter anderem Wachpersonal, Videokameras und Ausweiskontrollen – und lädt zum Gespräch ein.
Medienaufmerksamkeit wirkt verstörend
Siegfried Borgmann von der Landesschulbehörde deutete an, dass ein Wachmann und die Ausstattung der Türen mit Knäufen statt Klinken Teil eines solchen Sicherheitpakets sein könnten. „Was auch immer wir entscheiden werden: Wichtig ist, dass alle Maßnahmen pädagogisch sinnvoll sind, den Schülern nicht der Spaß an der Schule genommen wird und keine Persönlichkeits- und Datenschutzrechte tangiert werden“, ergänzte Borgmann.
Elternvertreterin Ümmü Gül Kahraman hält nicht allzu viel von dem Konzept. Wichtiger sei es, mit pädagogischem Feingefühl und Unterstützung der Familien darauf hinzuarbeiten, dass Schüler respektvoller miteinander umgingen und einander in Konfliktsituationen beistünden. „Kameras und Sicherheitsleute wirken womöglich provozierend und schüren weitere Aggressionen“, befürchtet die Mutter eines 12-jährigen Sohnes?
Ein andere Aussage dieser Frau Ümmü war wohl auch nicht zu erwarten, oder?
Obige Meldung war von gestern – Quelle hier…..
Laut NDR patroullierte bereits heute Morgen die Polizei – siehe:
Und schön korrekt wird in Deutschland weiter fleißig Rot und Grün gewählt!
http://sosheimat.wordpress.com/2011/06/10/schuldirektor-in-hannover-ruft-sos-polizeischutz-fur-schuler-und-lehrer/#comment-62046
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