Döner Morde:Neue Zweifel an der Darstellung


Eisenach/Zwickau (DE) – Weiteres Rätsel im Fall der NSU-Mordserie: Anwohner im Neubaugebiet sagen übereinstimmend, dass sie vor dem angeblichen Selbstmord der mutmaßlichen Bankräuber und Mörder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt keine Schüsse gehört haben.
Das berichtet der STERN. Nach der bisher bekannten Darstellung hatten die beiden Männer nach einem Überfall auf eine Sparkasse in Eisenach das Wohnmobil gegen 11.30 Uhr angezündet und sich erschossen. Zwei Polizeibeamte hätten sich zuvor dem verdächtigen Wohnmobil genähert und zwei Schüsse gehört, während sie in Deckung auf Verstärkung warteten und das Wohnmobil in Flammen aufging (eine andere Version besagt, dass das Fahrzeug bereits umstellt gewesen sein soll). Wie das Blatt berichtet, haben aber die meisten Anwohner und Augenzeugen die ersten Polizisten zwar kommen und das Wohnmobil brennen sehen, aber weder davor noch danach Schüsse gehört. Lediglich eine Familie hatte gegenüber der Polizei von drei Schüssen gesprochen. Eine Frau, die keine zehn Meter vom letzten Standort des Wohnmobils wohnt, nahm durch ihr geöffnetes Fenster den Geruch von verbranntem Plastik wahr. “Schüsse sind aber keine gefallen, das hätte ich gehört.”
Da aber Beamte des LKA am Sonntag noch einmal unter dem Fenster der Frau und in den Kellerfensterschächten des Hauses mit Metallsuchgeräten nach einem Projektil suchten, das in der Wand des Hauses eingeschlagen ist und den Putz beschädigt hat, kann wohl davon ausgegangen werden, dass auf jeden Fall Schüsse gefallen sind – ganz offenbar aber aus einer Waffe mit einem Schalldämpfer, glaubt man den Aussagen der Ohrenzeugen. Am vergangenen Freitag hatte die Generalbundesanwaltschaft noch erklärt, nach einer vorläufigen Obduktion sei die Mitwirkung einer dritten Person an der Tötung ausgeschlossen, aber noch nicht vollständig geklärt, was sich im Wohnmobil zugetragen habe. Da aber ein Selbstmord mit schallgedämpften Waffen eher selten vorkommt und es schon einigen Unvermögens bedarf, sich dabei im ersten Anlauf auch noch selbst zu verfehlen, verstummten auch die Augenzeugenberichte nicht, denen zufolge Nachbarn einen dritten Mann gesehen haben, der aus dem Fahrzeug bzw. dessen Führerhaus flüchtete, so der STERN.
Das Blatt berichtet weiter, dass Anwohner bei der Polizei zudem ausgesagt hätten, am Tag nach dem Brand eine verwirrte Frau vor Ort beobachtet zu haben, die sie auf Fotos als Beate Zschäpe identifizieren konnten, die dann wieder in ein Auto gestiegen und davon gefahren sei. Außerdem würden Ermittler auch noch eine mögliche Fernzündung per Handy untersuchen.