Grüner Rezzo Schlauch plante Milliardendeals


An jenem Sommertag, als das Geschäft schon ins Wasser gefallen war, als seine Träume vom großen Ölhandel zerbarsten und seine Millionen-Provisionen in weite Ferne rückten - da wurde der Ton von Rezzo Schlauch fast flehend.

 "Die Nachricht, dass mehrere Wochen Arbeit, Nerven und Kosten für die Tonne waren, ist, wie Sie sich vorstellen können, für mich ein ziemlicher Schlag ins Kontor", schrieb der ehemalige grüne Staatssekretär an seinen Geschäftspartner.

Ob man nicht doch das Geschäft mit den 200 000 Tonnen Dieselöl pro Monat zustande bringen könnte? Oder jenes mit den 50 000 Tonnen Schweröl, an dem Schlauch so lang gearbeitet hatte? Er habe "geschoben, gedrückt und gepuscht", schrieb Schlauch und bettelte: "Ich würde Sie inständig bitten zu retten, was zu retten ist."
Der Adressat des Schreibens war Michael Josten, ein schon zum damaligen Zeitpunkt verurteilter und mittlerweile inhaftierter Anlagebetrüger, der im Zuge der Pleite des Stromanbieters Teldafax zu zweifelhaftem Ruhm gekommen ist. Was aber hatten Schlauch, der Ökologe, und Josten, der Knastologe, miteinander zu schaffen?
Es ist ein verblüffender, ein kurioser Schriftwechsel, der dem Handelsblatt vorliegt. Eine Reise von Projekt zu Projekt, von Luftschloss zu Luftschloss. Wie Kinder begeistern sich die beiden in ihrer Korrespondenz für Milliardendeals, die vermeintlich schon zum Greifen nahe sind. Und die sie doch niemals erreichen.
Die E-Mails zwischen Schlauch und Josten - sie sind ein Austausch zwischen zwei Männern, die mehr sein wollten, als sie sind.